Was ist die Veranschlagung in der Doppik?

Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2026

Unter Veranschlagung wird im deutschen Haushaltsrecht die Aufnahme von Ausgaben und Einnahmen (Kameralistik) oder Aufwendungen und Erträgen (Doppik) in den Haushaltsplan verstanden.

Was ist Veranschlagung?

Die Veranlagung ist ein förmliches Verfahren, bei welchem der Arbeitnehmer eine Steuererklärung bei seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt einreicht und das Finanzamt auf Grund seiner Angaben die Besteuerungsgrundlagen ermittelt und die Einkommensteuer festsetzt.

Was ist die Veranschlagung in der Kameralistik?

Als Veranschlagung bezeichnet man in der Kameralistik die wertmäßige Festsetzung von Einnahmen, Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen im Haushaltsplan.

Was bedeutet veranschlagte Kosten?

Veranschlagte Kosten im Sinne der Bautätigkeitsstatistik sind die Kosten der Baukonstruktion (einschließlich Erdarbeiten), die Kosten für fest verbundene betriebliche Einbauten sowie für besondere Bauausführungen. Grundstücks- und Erschließungskosten zählen nicht hierzu.

Wo werden Verpflichtungsermächtigungen in der Doppik veranschlagen?

Verpflichtungsermächtigungen sind in der Doppik im jeweiligen Teilfinanzhaushalt zu veranschlagen. In der Kameralistik sind sie bei Kommunen im Vermögenshaushalt anzusetzen. In beiden Fällen muss des Weiteren angegeben werden, in welchen Haushaltsjahren welche Ausgaben bzw. Auszahlungen zu erwarten sind.

Doppik Crashkurs für Anfänger

Wann ist eine Verpflichtungsermächtigung zu veranschlagen?

(1) 1Verpflichtungsermächtigungen sind zu veranschlagen, wenn die Ermächtigung zum Eingehen von Verpflichtungen, die zu Ausgaben in künftigen Jahren führen können, erst durch den Haushaltsplan begründet werden soll (§ 75 Abs. 1 Satz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch).

Was besagt das Prinzip der Doppik?

Im Gegensatz zur Kameralistik werden in der Doppik neben den Einnahmen und Ausgaben ebenfalls alle weiteren Vermögenswerte und Schulden aufgeführt. Hierdurch bekommt die Kommune einen deutlich besseren Überblick über die finanzielle Situation sowie bessere Planungsmöglichkeiten.

Welche Veranschlagungsgrundsätze gibt es?

Veranschlagungsgrundsätze
  • Vollständigkeit.
  • Einheit (§ 11 Abs. ...
  • Bruttoveranschlagung (§ 11 GemHVO)
  • periodengerechte Zuordnung der Aufwendungen und Erträge und periodengerechte Zuordnung der Ein- und Auszahlungen.
  • Darstellung des Ressourcenverbrauchs und Aufteilung auf die Nutzungsdauer (§§ 35 u. ...
  • Kassenwirksamkeit (§ 11 Abs.

Wie verbindlich sind Kostenvoranschläge?

Angebote sind rechtlich bindend, während Kostenvoranschläge nicht bindend sind und nur zur Orientierung dienen. Beachten Sie jedoch, dass Sie mit einer Unterschrift auf einem Kostenvoranschlag erklären, mit den darin aufgeführten Kostenschätzungen einverstanden zu sein.

Sind Kostenvoranschläge immer kostenlos?

In Paragraph 632 Absatz 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) steht: „Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten. “ Dies bedeutet also, dass im Normalfall ein Kostenvoranschlag nicht berechnet wird. Es bedeutet aber auch, dass er in Rechnung gestellt werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Doppik und Kameralistik?

Während die Doppik die Buchung auf jeweils zwei Konten verwendet, verwendet die Kameralistik einen Gruppierungsplan, der den Zusammenhang zwischen Haushaltsrechnung und Vermögensrechnung herstellt, und einen Funktionenplan. Inzwischen wurde die Kameralistik bei den Kommunen fast flächendeckend durch die Doppik ersetzt.

Warum wurde die Doppik eingeführt?

Mit der Einführung der Doppik auf kommunaler Ebene waren große Hoffnungen verbunden: Durch die Orientierung am kaufmännischen Rechnungswesen versprach man sich mehr Transparenz und Steuerbarkeit für die kommunalen Haushalte.

Was ist die Ergebnisrücklage in der Doppik?

Die Ergebnisrücklage ist Bestandteil des Eigenkapitals. Sie wird mit der Eröffnungsbilanz gebildet und dient zum Ausgleich kommender Jahresfehlbeträge. Die Ergebnisrücklage darf höchstens 33 % und soll mindestens 10% der Allgemeinen Rücklage betragen (§ 25 Abs. 3 GemHVO-Doppik).

Was ist der Grundsatz der Bruttoveranschlagung in der Kameralistik?

HaushaltsSteuerung.de :: Lexikon :: Grundsatz der Bruttoveranschlagung. Beim Grundsatz der Bruttoveranschlagung handelt es sich um einen Haushaltsgrundsatz, der in der Kameralistik besagt, dass im Haushaltsplan alle Einnahmen und Ausgaben in voller Höhe und getrennt voneinander auszuweisen sind.

Was ist ein Nachtragsvoranschlag?

(1) Der Voranschlag (Nachtragsvoranschlag) bildet die Grundlage für die Verwaltung aller Mittelaufbringungen und Mittelverwendungen. Die anordnungsbefugten Organe der Gemeinde sind an den Voranschlag (Nachtragsvoranschlag) gebunden.

Was ist der Grundsatz der Einzelveranschlagung?

Der Grundsatz der Einzelveranschlagung, auch Grundsatz der Spezialität oder Spezialisation genannt, bestimmt, dass im Haushaltsplan die Einnahmen bzw. Erträge einzeln nach ihrem Entstehungsgrund und die Ausgaben bzw. Aufwendungen einzeln nach ihrem Zweck veranschlagt werden müssen.

Was sind die Nachteile der Doppik?

Nachteile der Doppik
  • Umstellung auf Doppik kann sehr teuer sein.
  • Hoher bürokratischer Aufwand, um den Ressourcenverbrauch genau abbilden zu können.
  • Ermittelte Abschreibungen können nur schwer erwirtschaftet werden und die Umlagen können enorm ansteigen.
  • Umständliches Bewertungsverfahren für Vermögensgüter.

Was ist das Drei-Komponenten-System in der Kommunalen Doppik?

Im Gegensatz zur Buchführung (Zwei-Komponenten-System) wurde in der Kommunalen Doppik das Drei-Komponenten-System etabliert. Wie der Name es bereits vermuten lässt, besteht das Drei-Komponenten-System aus drei Komponenten: Finanzplan / -rechnung, Bilanz und Ergebnisplan / -rechnung.

Soll und haben erklärt für Dummies?

In der Buchführung werden die Begriffe: „Soll und Haben“ ähnlich definiert: Soll: Stellt in der Buchhaltung Vermögenswerte dar, zum Beispiel verfügbares Vermögen aus Bank- und Barvermögen. Haben: Stellt in der Buchhaltung Verbindlichkeiten dar. Beispiel hierfür lang- und kurzfristige Kredite und Schulden.

Was ist eine Ausgabeermächtigung?

Eine Ausgabeermächtigung ist in der Kameralistik eine Ermächtigung, die im Haushaltsplan ausgewiesen wird. Eine Ausgabeermächtigung erlaubt es einer öffentlichen Verwaltung Ausgaben für den jeweils im Haushaltsplan festgelegten Zweck zu tätigen.

Was sind Verpflichtungsermächtigungen einfach erklärt?

Verpflichtungsermächtigungen sind nach der Legaldefinition des § 6 BHO Ermächtigungen zum Eingehen von Verpflichtungen zur Leistung von Ausgaben in künftigen Jahren. Es handelt sich um eine Ermächtigung des Parlaments an die Verwaltung, künftige Haushaltsjahre in rechtlich verbindlicher Form zu belasten.

Was ist der Grundsatz der Jährigkeit im Haushaltsplan?

Der Grundsatz der Jährigkeit ist ein Haushaltsgrundsatz, der besagt, dass die im Haushaltsplan erteilten Ermächtigungen nur für die Dauer desjenigen Haushaltsjahrs gelten, für das der Haushaltsplan durch die Haushaltssatzung (Kommunen) bzw. das Haushaltsgesetz (Bund, Länder) festgesetzt worden ist.

Was ist Eigenkapital in der Doppik?

In der Doppik bezeichnet man als Eigenkapital die Differenz zwischen dem Vermögen und den Schulden sowie den Sonderposten.

Was ist ein Kontenplan in der Doppik?

Ein Kontenplan ist ein Begriff aus der Doppik. Er bezeichnet ein Verzeichnis über die vom Unternehmen bzw. von der öffentlichen Verwaltung verwendeten Konten im Rahmen der doppelten Buchführung. Der Kontenplan richtet sich im Grundsatz nach dem Kontenrahmen.

Was bedeutet die Umstellung auf die Doppik?

Der Umstieg auf die „Doppik“ bedeutet ein neues Haushaltrecht mit der Darstellung aller Ressourcen und deren Verbrauch. Das Vermögen der Kommune wird erst mal in der Eröffnungsbilanz nach kaufmännischen Grundsätzen dargestellt und kontinuierlich weiterentwickelt.