Zählt der Arbeitsweg im Außendienst zur Arbeitszeit?

Zuletzt aktualisiert am 15. Juni 2026

Ist der Weg zur Arbeit auch Arbeitszeit? Generell gilt: ja, die Fahrt zum Kunden gehört zur Arbeitszeit. Auch das geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) hervor.

Was zählt im Außendienst als Arbeitszeit?

Bei der Zeiterfassung ist zu beachten, dass im Außendienst der Arbeitsweg zur Arbeitszeit zählt. Das bedeutet, die Fahrt zum ersten Kunden des Tages und vom letzten Kunden zum Wohnort wird als Arbeitszeit gebucht.

Ab wann zählt Fahrzeit als Arbeitszeit?

Wann gilt die Fahrzeit als Arbeitszeit? Sie reisen während Ihrer regulären Arbeitszeit? Dann gilt die Fahrzeit als Arbeitszeit, unabhängig davon, ob sie die An- und Abreise zum Arbeiten nutzen und mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind (§611a Abs. 2 BGB).

Wann beginnt die Arbeitszeit im Außendienst?

Wann beginnt und endet die Arbeitszeit im Außendienst? Ein Außendienstmitarbeiter, der täglich von daheim direkt zum ersten Kunden fährt, arbeitet bereits während der Fahrt. Auch die Heimfahrt vom Kunden nach Hause gilt als Arbeitszeit.

Ist ein Arbeitsweg auch Arbeitszeit?

Entscheidend: Die Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers, also zwischen Firma und Kunde, gelten immer als Arbeitszeit. Dagegen bleiben der Arbeitsweg zur Firma und zurück nicht vergütungspflichtig, auch wenn sie länger sind.

Müssen Fahrtzeiten vergütet werden? ◆ WIRLITSCH

Ist Stau im Außendienst Arbeitszeit?

Welche Pflichten haben Arbeitnehmer? Damit ist auch die Zeit, die der Außendienstler im Stau verbringt, Arbeitszeit, die vom Arbeitgeber sogar dann zu vergüten ist, wenn der Arbeitnehmer hierdurch Überstunden leistet. Dies gilt auch dann, wenn der Außendienstmitarbeiter seine Tour von seinem Home-Office aus startet.

Warum ist der Weg zur Arbeit keine Arbeitszeit?

Vorweg sei gesagt: Wer eine feste Arbeitsstätte hat – also immer am selben Ort arbeitet – kann die Fahrzeit nicht zur Arbeitszeit zählen. Der Weg von der Wohnung zur Arbeit und zurück ist in dem Fall eindeutig Freizeit und wird dementsprechend nicht vergütet.

Sind Pausen im Außendienst Arbeitszeit?

Pausen zählen im Innendienst nicht zur Arbeitszeit und werden demnach nicht vergütet. Doch im Außendienst ist das anders: Hier zählen auch Pausen zur Arbeitszeit.

Wie lange darf man im Außendienst unterwegs sein?

Zusätzlich dazu gelten auch im Außendienst die gesetzlichen Pausenzeiten: Arbeitnehmer dürfen nicht länger als 6 Stunden ohne Pause arbeiten. Dabei sind Wegezeiten grundsätzlich einzurechnen (vgl. § 4 ArbZG).

Wo hat ein Außendienstmitarbeiter seinen Arbeitsort?

Bei einem Außendienstmitarbeiter ist der Arbeitsort wie bei anderen Arbeitnehmern der Ort, an dem er gewöhnlich seine Arbeitspflicht gegenüber dem Arbeitgeber erfüllt.

Welche Wege zählen zur Arbeitszeit?

Der Gang zur Toilette und andere Kurzpausen

Zu den Kurzpausen zählen zum Beispiel der Gang zur Toilette, kurze Bildschirmpausen oder auch kurze Dehnübungen. Diese kurzen Unterbrechungen werden als Arbeitszeit vergütet.

Wie erfasst man die Arbeitszeiten bei Dienstreisen richtig?

Laut dem EuGH-Urteil zur Pflicht zur Arbeitszeiterfassung sind Unternehmen verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter systematisch zu dokumentieren. Das bedeutet, auch bei Dienstreisen müssen Arbeits- und Reisezeiten klar erfasst und getrennt werden.

Ist Fahrzeit hin und zurück eine Arbeitszeit?

Grundsätzlich sind Fahrzeiten von Ihrer privaten Wohnung zum festen Arbeitsort und wieder zurück keine Arbeitszeiten und damit nicht vergütungspflichtig. Das gilt aber nur für Fahrten innerhalb der vereinbarten Arbeitszeit, also z.B. wochentags morgens zur Arbeit und abends zurück.

Wann gilt Fahrzeit als Arbeitszeit?

Wann gilt Fahrzeit als Arbeitszeit? Laut einer Entscheidung des EuGH gilt Fahrzeit dann als Arbeitszeit, wenn der Arbeitnehmer keinen festen Arbeitsort hat und ständig von Kunde zu Kunde oder von Einsatzort zu Einsatzort fahren muss. Dies betrifft vor allem Bauarbeiter, Handwerker und Mitarbeiter im Außendienst.

Was gilt als Außendienst?

Definition von Außendienst

Der Außendienst umfasst Tätigkeiten, bei denen Vertriebsmitarbeiter direkt beim Kunden vor Ort arbeiten, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, zu präsentieren oder zu beraten. Diese Tätigkeit unterscheidet sich grundlegend vom Innendienst, der innerhalb des Unternehmens agiert.

Ist der Weg zum Kunden Arbeitszeit?

Gilt der normale Weg zur Arbeit (Wohnort–Büro) auch als Arbeitszeit? Nein. Nur bei Mitarbeitern ohne feste Arbeitsstätte kann der Weg zum Kunden als Arbeitszeit eingestuft werden.

Ist die Fahrzeit im Außendienst gleich Arbeitszeit?

Arbeitsrecht – Auch An- und Abfahrtszeiten sind Arbeitszeiten – BAG stärkt Rechte von Außendienstmitarbeitern. Mit Urteil vom 18.03.2020 hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass Fahrzeiten von Außendienstmitarbeitern vergütungspflichtige Arbeitszeit darstellen (Az.: 5 AZR 36/19).

Sind Fahrten zu Seminaren Arbeitszeit?

Die Fahrtzeit zum Besuch des Seminars ist für den Fahrer Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes, d.h. Fahrtzeit und Seminarbesuch dürfen zusammen die gemäß Arbeitszeitgesetz zulässige werktägliche Arbeitszeit (§ 3 ArbZG) nicht überschreiten. Dies gilt auch für die tägliche Dauer des Seminars.

Welche Kündigungsgründe sind im Außendienst häufig?

Welche häufigen Kündigungsgründe gibt es im Vertrieb und Außendienst?
  • Absatzschwierigkeiten und Umsatzrückgang.
  • Auftragsrückgang.
  • Stilllegung des Betriebs oder eines Betriebsteils.
  • Outsourcing.
  • Rationalisierungsmaßnahmen.

Ist es erlaubt, während der Arbeitszeit Essen zu holen?

Egal ob im Pausenraum oder im Büro. Die gute Nachricht vorab: Aktuell (2021) gibt es keine Gesetze, die festhalten, dass Essen im Büro oder direkt am Schreibtisch verboten ist. Es gilt also: Der Verzehr von Speisen am Arbeitsplatz an sich ist erlaubt.

Was zählt nicht zur Arbeitszeit?

Pausen, die der Arbeitnehmer frei gestalten kann und den Arbeitsplatz verlassen darf. Feiertage und Sonntage sind grundsätzlich keine Arbeitstage. An diesen Tagen darf nur in Ausnahmefällen und mit Genehmigung der zuständigen Behörde gearbeitet werden. Krankheitstage gelten ebenfalls nicht als Arbeitszeit.

Ist Wasser holen Arbeitszeit?

Kurze Arbeitsunterbrechungen

Ab und zu kommen menschliche Grundbedürfnisse dazwischen, wie etwa der Gang zur Toilette. Dieser fällt somit unter die vertraglich geschuldete Arbeitszeit und zählt keinesfalls als Pause. Ebenso sieht es aus, wenn Sie sich einen Tee zubereiten oder ein Glas Wasser holen.

Ist im Stau stehen Arbeitszeit?

Als Lenkzeit gelten alle Zeiten, die mit der Fahrtätigkeit in Zusammenhang stehen (vgl. VO EG 561/2006, Art. 4 ff.) Dazu rechnen u.a. Aufenthalte an Ampeln, Bahnübergängen oder bei Staus, auch wenn diese Zeiten im Kontrollgerät als Arbeitszeit dokumentiert werden.

Wie lange darf ein Außendienstmitarbeiter arbeiten?

Die insgesamt geleistete Arbeitszeit darf durchschnittlich acht Stunden pro Werktag bzw. 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten (§ 3 S. 2 ArbZG). Nach Ende der täglichen Arbeitszeit (Rückkehr vom letzten Kunden ins Homeoffice) muss eine Mindestruhezeit von elf Stunden eingehalten werden (§ 5 Abs.

Wie viele Minuten vor Arbeitsbeginn muss ich da sein?

Wird mehr als neun Stunden gearbeitet, so ist eine Ruhepause von 45 Minuten vorgeschrieben. Diese Pause muss nicht in einem Block genommen werden, sondern kann in verschiedene Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten unterteilt werden, diese Pausen müssen laut Gesetz vor Arbeitsbeginn feststehen.