Welche Spätfolgen kann eine unerkannte Borreliose haben?

Zuletzt aktualisiert am 7. Februar 2026

Bekannte Spätfolgen einer Borrelieninfektion sind anhaltende Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans), schubförmige oder chronische Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) oder neurologische Beschwerden (chronische oder späte Neuroborreliose).

Welche Spätfolgen können trotz Behandlung von Borreliose auftreten?

Spätfolgen einer Borreliose
  • Chronische Schmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen sind häufige Symptome, die noch Monate oder sogar Jahre nach der Behandlung auftreten können;
  • starke Ermüdung, die die täglichen Aktivitäten erschweren kann;

Wie äußert sich verschleppte Borreliose?

Hierzu zählen vor allem chronische Gelenkentzündungen, Nervenschäden bzw. damit einhergehende Schmerzen oder Empfindungsstörungen und die Atrophie der Haut im Rahmen der Acrodermatitis atrophicans. Auch länger andauernde Herzmuskelentzündungen können bleibende Schäden am Herzen hinterlassen.

Was passiert, wenn Borreliose nicht erkannt wird?

Wird die Krankheit nicht diagnostiziert oder bleibt unbehandelt, kann sich das Bakterium von der Bissstelle aus auf den ganzen Körper ausbreiten. Die späten Symptome und Komplikationen der Lyme-Krankheit entwickeln sich sechs bis 36 Monate nach der ursprünglichen Infektion.

Welche Folgen kann Borreliose nach Jahren haben?

Bei etwa 2 von 100 Menschen entwickelt sich Monate bis Jahre nach einer Infektion eine Lyme-Arthritis. Diese entsteht, wenn Borrelien die Gelenke infizieren. Dabei kommt es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen und Schwellungen. Sehr seltene Folgen sind chronische Entzündungen der Haut und Herzprobleme.

Zeckenalarm: Borreliose-Symptome erkennen! Die Gefahr der Neuroborreliose | Borreliose-Behandlung

Welche Symptome treten bei chronischer Borreliose auf?

Grippeähnliche Beschwerden, wie Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber oder Müdigkeit, sind weitere Symptome. Knötchenartige Schwellungen oder chronische Entzündungen der Haut (Acrodermatitis chronica atrophicans) treten vereinzelt auf.

Was ist das Post-Lyme-Syndrom?

Beschwerden wie Muskelschmerzen, Müdigkeit, Antriebsschwäche oder Konzentrationsstörungen, die nach einer durchgemachten, behandelten Borreliose auftreten, werden manchmal als Post-Borreliose-Syndrom oder Post-Lyme-Borreliose-Syndrom bezeichnet.

Welche Organe greift Borreliose an?

Die Borreliose ist eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. Sie wird auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt. Die Borreliose kann vielgestaltig und unterschiedlich schwer verlaufen und betrifft überwiegend die Haut, aber auch das Nervensystem, die Gelenke und das Herz können betroffen sein.

Was wird oft mit Borreliose verwechselt?

Im Gegensatz zur Zecken-Hirnhautentzündung (FSME), die oft mit der Borreliose verwechselt wird, kann die Borreliose mit Antibiotika in Tablettenform behandelt werden. Meist ist dies bei Erwachsenen Doxycyclin, bei Kindern Amoxicillin.

Wie kann man chronische Borreliose nachweisen?

Bei einem Bluttest auf Borreliose sucht man in einer Blutprobe (Serum) des Patienten nach spezifischen Antikörpern gegen Borrelien. Für einen Antikörper-Nachweis im Blut entnimmt der Hausarzt dem Betroffenen Blut und schickt es an ein Labor. Alternativ kann die Blutabnahme auch direkt im Labor stattfinden.

Welche Krankheiten treten nach Borreliose auf?

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis; auch Europäisches Zeckenbissfieber) Neben der Lyme-Borreliose kommt noch eine zweite zeckenübertragene Krankheit in Deutschland vor: die FSME. Mehr Informationen zu dieser Erkrankung finden Sie hier.

Wie erkennt man spät Borreliose?

Als sicherer Hinweis auf Borreliose gilt die sogenannte Wanderröte. Dabei handelt es sich um einen kreisrunden, roten Hautausschlag, der bei rund 90 Prozent der Infektionen - teils auch noch Wochen später - um die Einstichstelle auftritt und sich nach außen ausbreitet.

Welche Nervenschädigungen können durch Borreliose auftreten?

Nach einem Zeckenstich können Borreliose-Bakterien auch Nerven und Gehirn angreifen und dort eine Entzündung (Neuroborreliose) auslösen, die mit Antibiotika aber an sich gut behandelt kann.

Woher weiß man, ob Borreliose geheilt ist?

Die Bestimmung der Borrelien-Antikörper und der Vergleich der Antikörper in Blut und Nervenwasser erlaubt dann eine eindeutige Diagnose." Ist der Antikörper-Test nach der Behandlung mit Antibiotika positiv, ist eine erneute Antibiotikatherapie notwendig.

Was ist chronische Borreliose?

Post-Lyme-Syndrom (PLS) oder chronische Borreliose

Es handelt sich um ein Syndrom, das nach z. T. mehrfach antibiotisch behandelter Borreliose persistiert. Pathogenetisch werden eine protrahierte (auto)immunologische Aktivierung und eine Borreliose-induzierte Vaskulitis diskutiert.

Welche Blutwerte sind bei Borreliose erhöht?

Zudem sind gängige Blutparameter wie Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit (BSG), die Leukozyten und das C-reaktive Protein (CRP) leicht erhöht. Sowohl die Lyme-Borreliose, als auch die Neuroborreliose und Lyme-Arthritis werden mit Antibiotika behandelt.

Was sind Langzeitfolgen von Borreliose?

Manche Menschen entwickeln nach einer Lyme-Borreliose Spätfolgen wie Lyme-Arthritis. Forschende aus den USA haben nun persistierende, entzündungsfördernde Proteine des Erregers Borrelia burgdorferi als mögliche Auslöser der Spätfolgen ausgemacht.

Was ist das Postpolio-Syndrom?

Das Postpolio-Syndrom ist eine durch Muskelschwäche und chronische Ermüdung gekennzeichnete Erkrankung, die sich erst viele Jahre (oft erst Jahrzehnte) nach einer Polioinfektion entwickelt.

Welche Erschöpfungszustände sind ein Symptom der Lyme-Borreliose?

Erschöpfung, Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Genickstarre, Muskelschmerzen und schmerzhafte Gelenkschwellungen sind häufige Symptome. Diese Symptome der Lyme-Borreliose können wochenlang anhalten.

Kann man Borreliose jahrelang haben?

Von dort aus kann es über den Blutweg zur Verbreitung im Körper und in verschiedene Organe kommen. Ohne Therapie können Borrelien trotz der Immunantwort des Infizierten (Wirtes) über Monate gelegentlich sogar jahrelang überleben und in jedem Stadium Erkrankungen verursachen oder auch spontan absterben.

Kann Borreliose Demenz auslösen?

Bakterielle Infektionen, wie Lues oder Borreliose, können im Spätstadium zu einer Demenz führen.

Kann man Borreliose im MRT sehen?

Hat er etwa den Verdacht, dass die Borrelien eine Entzündung von Hirngefäßen (zerebrale Vaskulitis) verursacht haben, veranlasst er zur Abklärung eine Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie). In den MRT-Bildern sind mitunter Hinweise auf eine Neuroborreliose sichtbar.

Was ist das Post-Borreliose-Syndrom?

Das Post-Lyme-Disease-Syndrom, kurz PTLDS, bezeichnet ein chronisches Beschwerdebild, das bei einigen Patienten Monate oder Jahre nach stattgehabter Lyme-Borreliose auftritt. Es ist durch anhaltende Schmerzen, neurokognitive Manifestationen und Erschöpfungssyndrome gekennzeichnet.

Warum ist Borreliose nicht im Blut nachweisbar?

Der Nachweis von Antikörpern im Blut zeigt, dass das Immunsystem sich mit Borrelien auseinandergesetzt hat. Ob ein Patient auch erkrankt ist, kann der Bluttest nicht zeigen. Dafür müssen zusätzlich die typischen Krankheitssymptome vorhanden sein.

Was ist ein Borrelien-Lymphozytom?

Beim Borrelien-Lymphozytom (oder Lymphadenosis benigna cutis) handelt es sich um ein gutartiges Pseudolymphom an der Zecken-Einstichstelle im Borreliose-Frühstadium. Bei eindeutiger Klinik kann immer sofort mit einer Antibiose begonnen werden. Bevorzugte Lokalisationen sind Ohrläppchen, Mamillen und Anogenitalregion.