Was muss ich als Aktionär bei einer Kapitalerhöhung machen?

Zuletzt aktualisiert am 13. April 2026

Als Aktionär solltest du bei einer Kapitalerhöhung prüfen, ob du dein Bezugsrecht ausüben möchtest, um neue Aktien zu erwerben und so deine Beteiligungsquote zu erhalten.

Welche Pflichten hat ein Aktionär?

Pflichten von Aktionärinnen und Aktionären

Die einzige finanzielle Hauptpflicht besteht darin, die gezeichneten Aktien auch entsprechend zu bezahlen, also eine entsprechende Einlage auf das Grundkapital der Aktie zu leisten. Weiterhin haben Anlegende eine gesetzlich vorgeschriebene Treuepflicht.

Was bedeutet eine Kapitalerhöhung für Aktionäre?

Aktien, die bereits ausgegeben waren, heißen alte Aktien. Eine Kapitalerhöhung verändert das Beteiligungsverhältnis der Aktionäre, weil mehr Aktien im Umlauf sind. Aktionäre sind dadurch mit einem geringeren Anteil am Unternehmen beteiligt.

Was ist bei einer Kapitalerhöhung zu beachten?

Für die Kapitalerhöhung ist ein satzungsändernder Beschluss mit einer ¾-Mehrheit erforderlich. Bei der effektiven Kapitalerhöhung werden die neu gebildeten Geschäftsanteile im Wege einer Übernahmeerklärung gegen Bar- oder Sacheinlage übernommen. Mit der Eintragung im Handelsregister wird die Kapitalerhöhung wirksam.

Was passiert mit Aktienkursen bei Kapitalerhöhung?

Einer Kapitalerhöhung muss die Hauptversammlung mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen. Mit dem Beschluss und der Bekanntgabe fällt der Aktienkurs in der Regel erst einmal ab. Schließlich wird durch die Kapitalerhöhung der Unternehmenswert auf mehr Anteilsscheine verteilt, wodurch der Gewinnanteil pro Aktie sinkt.

Kapitalerhöhung für Aktionäre: Bezugsrechte | Bezugsverhältnis | neuer Kurswert einfach erklärt

Ist eine Kapitalerhöhung gut oder schlecht für die Aktionäre?

Kapitalerhöhungen haben einen starken Einfluss auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens. So kann sich die Beschaffung zusätzlicher Mittel positiv auf die finanzielle Situation des Unternehmens auswirken. Allerdings kann die Ausgabe neuer Aktien auch zu einer Verwässerung der Anteile bestehender Aktionäre führen.

Wie kann ich meine Bezugsrechte an Aktien ausüben?

Die Aktionäre können innerhalb der Bezugsfrist (mindestens zwei Wochen) das Bezugsrecht ausüben oder es an der Börse verkaufen. Der Wert des Bezugsrechts lässt sich rechnerisch ermitteln, unterliegt jedoch nach dessen Handelsaufnahme an einer Börse den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.

Wie läuft eine Kapitalerhöhung rechnerisch ab?

Der Emissionskurs der Kapitalerhöhung wird auf das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage aufgeteilt: K n = N W n e u + Agio. Der neue Nennwert wird ins Gezeichnete Kapital gebucht, das Agio (= Aufgeld) in die Kapitalrücklage.

Was passiert, wenn ich meine Bezugsrechte nicht verkauft?

Werden die Bezugsrechte nicht verkauft, erhält der Anleger die jungen Aktien gegen Zahlung des geforderten Preises. Aus Anlagegesichtspunkten ist diese automatische Verkaufsausführung nicht ratsam.

Was passiert nach einer Kapitalerhöhung?

Nach Bekanntgabe der Kapitalerhöhung sinkt der Preis der Aktie - es werden mehr Aktien ausgegeben. Bei gleichbleibender Nachfrage sinkt somit der Aktienpreis, da mehr Aktien angeboten als nachgefragt werden.

Was passiert, wenn das Bezugsrecht nicht ausgeübt wird?

Was passiert, wenn ich gar nichts unternehme? Bezugsrechte, die nicht ausgeübt werden, verfallen ersatzlos mit Ablauf der Bezugsfrist. Ein Ausgleich für nicht ausgeübte Bezugsrechte wird nicht gezahlt.

Was ist der Unterschied zwischen Inhaberaktien und Namensaktien?

Auf einer Inhaberaktie wird der Besitzer im Unterschied zur Namensaktie namentlich nicht genannt und muss in der Regel keinen Nachweis für das rechtmäßige Eigentum an der Aktie erbringen. Inhaberaktien werden formlos durch Übergabe und Einigung übertragen, ohne dass eine Änderung in der Urkunde vorgenommen werden muss.

Was ist eine Verwässerung nach einer Kapitalerhöhung?

Unter der Verwässerung versteht man die Situation, wenn nach einer Kapitalerhöhung die Beteiligungsverhältnisse unter den Gesellschaftern verändert wurden und die Altgesellschafter nach dem Kapitalerhöhung weniger prozentualen Anteil an der Gesellschaft haben, als vor der Kapitalerhöhung.

Was macht man als Aktionär?

Ein Aktionär spielt eine zentrale Rolle in der Welt der Unternehmen und Finanzmärkte. Als Teilhaber*in eines Unternehmens trägt er nicht nur zur Kapitalbasis bei, sondern beeinflusst auch strategische Entscheidungen, die den Kurs des Unternehmens bestimmen.

Sind Aktionäre Miteigentümer?

Die Aktionäre sind nicht Eigentümer der Gesellschaft. Sie sind Kapitalgeber und ihre Stellung wird vom Gesetz und den Statuten definiert. Ihre Rechte finden ihre Grenze am Fehlen jeglichen Pflichtnexus' zur Gesellschaft und den Mitaktionären.

Bin ich als Aktionär haftbar?

Haftung bei Aktionären

Grundsätzlich haften Aktionäre gegenüber Gläubigern nur mit dem Wert der von ihnen gehaltenen Aktien. Der Vorteil für die Aktionäre ist, dass das Risiko kalkulierbar bleibt und sie ihr Privatvermögen vor dem Zugriff der Gläubiger der Aktiengesellschaft schützen können.

Ist eine Kapitalerhöhung gut für Aktionäre?

Die Fakten zur Kapitalerhöhung auf einen Blick

Das Eigenkapital wird gestärkt. Aktionäre erhalten in der Regel ein Bezugsrecht und sollten es wahrnehmen. Bei Nichtausübung sinkt der Anteil am Unternehmen entsprechend. Für Übernahmen und Investitionen in die Zukunft sind Kapitalerhöhungen wichtig und richtig.

Welche Nachteile hat eine Kapitalerhöhung?

Die Nachteile sind durchaus gravierend. Dadurch, dass bei einer Kapitalerhöhung die Zahl der vorhandenen Aktien erhöht wird, hat der Altaktionär, der nicht am Kauf der neuen Aktien teilnimmt, später einen geringeren Anteil am Unternehmen. Man nennt das die Verwässerung von Aktien.

Was passiert mit alten Aktien bei einer Kapitalerhöhung?

Eine Kapitalerhöhung führt zu einer Verwässerung der Anteile, da mehr Aktien im Umlauf sind. Dies kann den Kurs der alten Aktien vorübergehend belasten, da der Wert des Unternehmens auf mehr Aktien verteilt wird.

Wer meldet eine Kapitalerhöhung an?

Gemäß § 78 GmbHG muss die Anmeldung der Kapitalerhöhung durch sämtliche Geschäftsführer erfolgen. Wichtig zu wissen ist, dass die Anmeldung erst erfolgen kann, wenn ein wirksamer Kapitalerhöhungs- und Zulassungsbeschluss gefasst wurde und die Stammeinlagen übernommen wurden.

Wie macht man eine Kapitalerhöhung?

Kapitalerhöhungen können entweder dadurch realisiert werden, dass die bestehenden Shareholder ihre Beteiligungen erhöhen oder dass neue Aktionär*innen respektive Gesellschafter*innen hinzugewonnen werden. Außerdem können sie in Form einer Außen- oder einer Innenfinanzierung erfolgen.

Wer trägt die Kosten einer Kapitalerhöhung?

Die Kosten für die Übernahme neuer Geschäftsanteile im Rahmen einer effektiven Kapitalerhöhung sind jedoch von den Gesellschafter:innen selbst als Anschaffungskosten zu tragen.

Was passiert, wenn ich mein Bezugsrecht nicht ausübe?

Was passiert, wenn du dein Bezugsrecht nicht ausübst? Wenn du dein Bezugsrecht bei einer Kapitalerhöhung nicht wahrnimmst, wirst du verwässert. Das bedeutet, dass dein prozentualer Anteil am Unternehmen sinkt, da neue Aktien ausgegeben werden und dein Anteil am Gesamtkapital relativ gesehen kleiner wird.

Wann werden Bezugsrechte automatisch verkauft?

Sollte der Aktionär nichts unternehmen, verkauft die Bank die Bezugsrechte automatisch nach Ablauf der 14-tägigen Frist. Der Aktienkurs sinkt zunächst, da durch die Kapitalerhöhung eine größere Anzahl an Aktien vorhanden ist.

Wie berechne ich Bezugsrechte?

Das Bezugsrecht ermittelt man nach der Formel: (Kurs der alten Aktie - Bezugskurs der jungen Aktie) : (Bezugsverhältnis + 1).